INJAZZ
SUCHE
 
dliste

Mit Compuserve ins Netz

Das Mailbox-System von Compuserve bot 1994 allen Usern für eine Website die Domain und – sage und schreibe – 1 MB Speicher. Die Seite konnte online erstellt werden. Dafür musste man noch nicht einmal HTML können. Mit Arbeiten für den Papierkonzern Wiggins Teape und die BASF war ich nun im Internet, das durch Tim Berners-Lees WWW langsam Fahrt aufnahm.

Wenig später fragte mich der Marketing-Direktor eines Zementkonzerns, was ich denn sonst noch so treibe. „Ich mache nur noch Internet“, war meine Antwort, denn ich hatte mir gerade bei einem größeren Printjob einen bösen Schnitzer erlaubt.

Mit meinem Halbwissen hatte ich meinen Gesprächspartner verunsichert. Denn er rief mich am nächsten Morgen an und fragte, ob ich einige Domains reservieren könne – die bräuchte man wohl fürs Internet? Glücklicherweise hatte ich bei Compuserve einen Fachmann kennengelernt, mit dem ich die ersten Schritte gehen konnte. Dafür hatte ich bei einem deutschen Internet-Provider einen Account gebucht. Da meine Wunsch-Domain liste.com noch frei war, kam ich mit meinem Familiennamen ins Netz. Inzwischen habe ich diese Domain meinem Sohn vermacht.

Meiner eigenen Homepage folgten schnell die für Kunden – überwiegend aus der Branche Bauen und Ausbauen. Als Grafiker war ich für die Gestaltung gerüstet. HTML hatte ich schnell drauf. Datenbank und PHP dauerten etwas länger. Heute programmiere ich alle Websites selbst. Die WordPress-Version ist eine Ausnahme.

Als Hardware für Messen von Lufthansa und Dyckerhoff eingesetzt werden sollte, waren wir Compuserver wieder zur Stelle. Auch eine große Druckerei im Heimatort von Boris Becker forderte uns. Wir lieferten ColorDruckLeimen die erste Online-Druck-Kalkulation im Netz und ließen uns dafür im „Deutschen Drucker“ feiern.